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Unter dem Titel «Von Bürokratiemonstern und anderen Schauermärchen» schreibt Stadtparlamentarier Matthias Loepfe: «Das Seilziehen zwischen der Initiative 30-Minuten Gratisparkieren und dem Gegenvorschlag Stadtfonds geht in die letzte Runde.

Auffallend sind polemische Äusserungen seitens der Initianten wie «alles nur Schall und Rauch» und Vorwürfe von unfairen «politischen Manövern», die angeblich ins Leere laufen sollen.

Die Initianten und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer lassen es auch nicht unversucht, Ängste heraufzubeschwören, dass links-grüne Kräfte die Autos aus der Stadt verdrängen wollen.

Schliesslich werfen sie schon länger mit Worthülsen um sich, z.B. der Stadtfonds sei ein «Bürokratiemonster».

Ein paar klärende Worte, um diese Schlagworte etwas besser einordnen zu können:

Erstens wird durch den Stadtfonds das Auto keinesfalls verteufelt. Der Stadtfonds sieht sogar die Möglichkeit vor, Parkgebühren für Kundinnen und Kunden zu reduzieren, jedoch umsatzabhängig und nicht nach dem Giesskannenprinzip wie die Initiative.

Der Stadtfonds ist zudem weit mehr als eine links-grüne Idee, sondern ein überparteilicher Kompromiss zwischen Die Mitte, EVP, FDP, GLP, Grüne Prowil und der SP.

Zweitens ist der Stadtfonds schlank organisiert. Die Fondsverwaltung besteht aus 4 Personen, also 2 Stadträten und 2 Verwaltungsangestellten. Diese 4 Personen entscheiden innerhalb von 6 Wochen abschliessend über die Gesuche.

Zudem können verschiedene Interessensvertretende aus Gewerbe und Gesellschaft angehört werden, womit eine bedürfnisgerechte Umsetzung sichergestellt wird.

Dass im Fondsreglement ebenfalls Aussagen über Mittelverwendung, Anforderungen an die Gesuche und die Geschäftsführung gemacht werden, hat nichts mit Bürokratie zu tun sondern spricht für eine professionelle Organisation.

Für die Unterstützenden der Initiative ist das anscheinend alles zu kompliziert. Sie geben nicht nur vor, die Probleme des lokalen Gewerbes besser zu verstehen, sondern scheinen auch das Allheilmittel zu kennen.

Offensichtlich wissen sie es sogar besser als die Interessensvertreter der wichtigsten Einkaufsstrasse der Stadt Wil (Wil Shopping und IGOB), die sich für gegen die Initiative und für den Stadtfonds aussprechen.

Der Stadtfonds hingegen ist ehrlicher. Damit wird nicht vorgegeben, alle Lösungen zu kennen, sondern ein Finanzierungsgefäss und damit Anreize für wirkungsvolle Projekte geschaffen, die aus dem Gewerbe und der Gesellschaft initiiert werden. Zum Beispiel Popup-Stores, Aktionen im öffentlichen Raum, Kinderbetreuung während dem Einkaufen; also vielfältige Projekte, die unsere Stadt attraktiver machen.

Die Probleme von heute lassen sich nicht mit Rezepten von vorgestern lösen. Sondern mit Ansätzen, die dem heutigen und künftigen Zeitgeist entsprechen. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir diese noch nicht alle kennen.»