Am 13. Februar 2022 stimmen wir über die Volksinitiative „30-Minuten-Gratisparkieren“ ab. Gemäss Abstimmungsunterlagen führt dies für die Stadt Wil zu Einnahmeausfällen von jährlich Fr. 600’000. Das Initiativkomitee behauptet, dieser Ausfall sei für die Stadt kein Problem und verkraftbar. Dem ist aber leider nicht so. Nach einer Annahme der Initiative gibt es nur zwei Möglichkeiten: die Steuern erhöhen oder in anderen Bereichen der städtischen Ausgaben sparen. Aus meiner Zeit im Schulrat ist mir bekannt, dass das Einsparen von Fr. 600’000 sehr wohl ein Problem darstellt, da Budgetkürzungen in der Regel direkte Auswirkungen haben. So ist es für eine Familie nicht egal, ob sie z.B. für eine Stunde Musikunterricht in Zukunft mehr bezahlen muss. Aktuell kostet eine Stunde Musikunterricht Fr. 118. Für eine Reduktion dieser Kosten gibt es keine vergleichbare Lobby wie bei der Initiative „30 Minunte-Gratisparkieren“. Es wäre wünschenswert, wenn bei Abstimmungen vermehrt das Gesamtwohl der Bevölkerung in den Vordergrund rücken würde. Ich stimme deshalb Nein zur Initiative und Ja zum breit abgestützten Kompromiss, dem Stadtfonds.

Christa Somm, Wil SG