Mich erstaunen Leserbriefe für die Initiative „30 Minuten-Gratisparkieren“ von Leuten, die nicht in Wil wohnen und demzufolge in Wil auch keine Steuern zahlen. Dass diese Leute auf Kosten der Wiler Steuerzahler*innen gratis parkieren möchten, mag aus ihrer Sicht richtig sein, als Wiler lehne ich das klar ab. Der Stadtrat schreibt in den Abstimmungsunterlagen, dass die Initiative in Wil zu jährlichen Einnahmeausfällen von Fr. 600’000 führen würde. Einen grossen Teil dieser Summe zahlen heute Leute von auswärts. Sie leisten damit einen angemessen Beitrag an die Kosten der Stadt Wil. Auf diesen Beitrag möchte ich und vermutlich die Mehrheit der Wiler*innen auch in Zukunft nicht verzichten. Dass der Stadtrat und das Parlament den Wiler Geschäften und Restaurants die Möglichkeit von Unterstützung für Projekte zur Attraktivitätssteigerung Wils mit dem Stadtfonds anbietet, finde ich grosszügig und als Kompromiss auch vernünftig. Aus dem Stadtfonds finanzierte Projekte können auch den Auswärtigen zugutekommen, wenn sie Wil besuchen. Ich stimme deshalb Nein zur Initiative, Ja zum Stadtfonds und bei der Stichfrage für den Stadtfonds.

Bruno Ressegatti, Wil